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WM-Songs – in der Champions League spielen nur ganz wenige

Peter Alexander und die Nationalmannschaft

Heute am 11. Juni 2026 beginnt sie, die große Selbstinszenierung vom infantilen FIFA-Chief Gianni und von Donald „Make American Football Great Again” Trump. Ich bin gespannt, wie viele Fans ICE-kalt erwischt werden und welche offiziell akkreditierten Schiedsrichter noch so am republikanischen Grenzregime scheitern. Wie auch immer, wir wollen uns hier ja um Musik kümmern und blicken aus gegebenem Anlass mal auf die mehr oder weniger glorreiche Historie der WM-Songs.

Ein rhythmischer Rückblick auf die WM 1986 in Mexiko

Vor 40 Jahren, also 1986, fand die Fußball-WM ja in Mexiko statt, das auch diesmal wieder als eines von drei Gastgeber-Ländern fungiert. Weltmeister wurde damals Argentinien. Die Südamerikaner besiegten im Finale Deutschland mit großen Spielern wie Lothar Matthäus, Rudi Völler und Karl-Heinz Rummenigge. Zum Titel hat es für Kaiser Franz’ Jungs also knapp nicht gereicht. Apropos Titel: „Mexico mi Amor“ hieß der Song, den die deutsche Nationalmannschaft zur WM mit Schlager-Legende Peter Alexander aufgenommen hatte. Der war aber noch deutlich weiter von Platz 1 entfernt. Die Single konnte sich in den Charts gar nicht platzieren, das dazugehörige Album schaffte es immerhin bis auf Platz 21. Da zeigten sich die erfolgsverwöhnten „Rundfunktionäre” Ralph Siegel und Bernd Meinunger im Hintergrund natürlich nicht unbedingt liebestrunken. 

Ansonsten gab es 1986 natürlich noch andere sportliche Musikhymnen. Der offizielle Song der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko war „A Special Kind of Hero“ von Stephanie Lawrence, der auch im offiziellen Dokumentarfilm zum Turnier verwendet wurde. Songwriter war übrigens Nik Kershaw. Als offizieller TV-Themesong der WM ist uns außerdem noch „El mundo unido (por un balón)” von Juan Carlos Abara untergekommen, wobei auch dieses Werk keinen nachhaltigen, internationalen Eindruck hinterließ. 

Deutlich erfolgreicher und Ausgangspunkt für den Fangesang „We are red, we are white – we are danish dynamite“ war da der Song „Re-Sepp-Ten“, den die dänische Nationalmannschaft mit Unterstützung der Band Dodo & The Dodos zum WM 1986 aufgenommen hat. Top 3 in Dänemark, Schweden und Norwegen. Der Titel ist eine Abwandlung vom dänischen Wort “recepten” (Rezept im Sinne von Erfolgrezept) und spielt auf den damaligen Nationaltrainer Sepp Piontek an. Irgendwie hat das Dodo-Doping auch auf dem Platz funktioniert. Denn in der Vorrunde besiegte das dänische Team die deutsche Elf mit 2:0. 

Am Ball gut gekickt, am Mikro verkackt

Definitiv eine Seltenheit im Ball-Business ist es, dass kickende Stars auch am Mikrofon mit Glanzleistungen überzeugen. Stabile Außenbänder und gut geölte Stimmbänder gingen selten miteinander einher, siehe auch „Gute Freunde kann niemand trennen” (Franz Beckenbauer) oder „Bin i Radi, bin i König” (Radi Radenkovic). Das verhinderte jedoch nicht, dass es zwischen 1974 und 1994 zur festen Tradition wurde, die musizierende deutsche Nationalmannschaft auf Platten zu pressen.

Zu hören waren dabei immer die jeweils aktuellen Fußballnationalspieler mit zu dieser Zeit namhaften Interpreten. Insgesamt kamen sieben Alben und 14 Singles heraus. Zur WM 1974 in Deutschland wurde das Lied „Fußball ist unser Leben”, geschrieben und produziert vom Schlagerkomponisten Jack White, das offizielle WM-Lied. Der Platz 27 in der deutschen Single-Hitparade (das dazugehörige Album erreichte immerhin Platz 13) korrespondiert nicht unbedingt mit dem WM-Titel der Deutschen, aber egal. 

Es gab auch erfolgreiche WM-Songs

Ein ganzes Stück erfolgreicher waren da ein paar nachfolgende Veröffentlichungen, wie 1978 „Buenos Dias Argentina” (Album #1, Single #3) mit Udo Jürgens als Vorsänger oder auch „Olé España” mit Michael Schanze (Album #1, Single #10). Halbwegs im Ohr geblieben ist auch noch die Kooperation mit den Village People („Far away in America”, Platz 44 in den deutschen Single-Charts) zur WM 1994 in den USA. Der offizielle WM-Song 1994 „Gloryland“ von Daryl Hall blieb dagegen total hinter den Erwartungen zurück.

Und doch gibt es ein paar Fußball-WM-Hymnen, die auch heute noch viele mitsingen können. Als Positivbeispiele seien hier „Waka Waka (This Time for Africa)” von Shakira (2010), „La Copa de la Vida” von Ricky Martin (1998), „Un’estate italiana” von Gianna Nannini & Edoardo Bennato (1990) oder auch „Zeit, dass sich was dreht” von Herbert Grönemeyer (2006) genannt. Shakira ist auch dieses Jahr wieder mit einem offiziellen WM-Song am Start, nämlich „Dai Dai“, zusammen mit Burna Boy. Das Lied knüpft ein wenig an die Tradition von „Waka Waka“ an und verbindet lateinamerikanische Rhythmen und moderne Afrobeats mit stadiontauglichen Refrains. Na dann, gebt alles Jungs!