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Sporthymnen – welche Musikstars eine Goldmedaille verdient haben

Giorgio Moroder Reach Out

Giorgio Moroder und seine Olympiasongs, die Thema in Podcast-Folge 38 waren, und die Doku „We are the Champions – Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten” (2024) von unserem Studiogast Hannes Rossacher haben uns auf dieses Thema gebracht. Wir wollen einmal näher beleuchten, welche Bands und Produzenten mit ihren Melodien und Rhythmen auch in der Sportwelt bleibenden Eindruck hinterlassen haben. 

Fangen wir mit Giorgio Moroder an, der in München in den 70ern die berühmten Musicland-Studios gegründet hat. Er ist als Oktaven-Olympionike erstmals 1984 in Erscheinung getreten, nämlich mit „Reach Out“ für die Olympischen Spiele in Los Angeles. Der Song gilt als offizieller Olympia-Song der Sommerspiele 1984 und wurde von Giorgio Moroder gemeinsam mit Paul Engemann und Richie Zito komponiert. Gesungen wurde er von Paul Engemann. Der Titel erschien 1984 und wurde später auch auf Moroders Album „Innovisions” veröffentlicht. Er verbreitet etwas pathetische, sportliche Aufbruchsstimmung und verbindet sie mit einem klaren Disco-Synthesizer-Beat. 

Reach Out Giorgio Moroder

Auch vier Jahre später in Seoul hatte der gebürtige Südtiroler wieder seine Hände im Spiel und steuerte einen offiziellen Olympiasong bei, nämlich „Hand in Hand“, den er gemeinsam mit Tom Whitlock geschrieben hatte. Das Lied, gesungen von der koreanischen Gruppe Koreana, fängt besonders hymnenartig an, passt also ziemlich gut zu unserer Kategorie Sporthymnen. Ansonsten würde ich mal frech behaupten, der ganz große Wurf war das eher nicht. Dadurch hatte wohl auch Whitney Houston mit „One Moment In Time“ die Chance, eine bleibendere Hymne zu erschaffen, auch wenn sie gar keinen offitiellen IOC-Auftrag dazu hatte.

Futter für Fußballfangesänge

Ebenfalls noch viel mehr im Ohr als „Hand in Hand“ ist immer noch „Un’estate italiana“, gesungen von Gianna Nannini und Edoardo Bennato – und komponiert von Giorgio Moroder als offizielle Hymne für die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Warum ist uns das Lied eigentlich noch so präsent? Klar, Deutschland wurde damals Weltmeister. Das Bild von Kaiser Franz, der nach dem finalen 1:0-Sieg in sich versunken übers malträtierte Grün in Rom stapfte, ist mir immer noch im Gedächtnis geblieben. Überhaupt war das schon eine geile WM mit meinem persönlichen Idol Rudi Völler im Sturm, der während des Turniers sogar Spuckattacken in Orange wegsteckte. 

Keine weitere Fehde mit den Holländern gab es dann 1996 bei der Fußball-EM in England, die wiederum Deutschland für sich entschied. Das ist aber nicht der Grund, warum bei vielen von uns sicherlich noch eine absolute Fußball-Hymne der Three Lions, „Football’s coming home”, in der Ohrmuschel nachhallt. Die britischen Comedians David Baddiel und Frank Skinner schrieben für das Turnier den Text, während Lightning-Seeds-Sänger Ian Broudie die Musik komponierte. Der Song wurde übrigens zwei Jahre später zur Fußball-WM in Frankreich mit einem neuen Text erneut veröffentlicht. Statt „Thirty years of hurt” hieß es nun optimistischer „No more years of hurt”. Gewonnen hat das Ursprungsland des Fußballs trotzdem nicht. Aber „Football’s coming home” wurde damit zu einem von drei Songs, die mit unterschiedlichen Texten zweimal die Spitze der britischen Charts erreichten. 

Ode an die Champions

We are the Champions

Kommen wir jetzt zu einer anderen Stadion-Hymne, die insbesondere nach gewonnenen Meisterschaften zum Einsatz kommt: „We are the Champions” von Queen. Freddie Mercury schrieb das Stück mit der Absicht, eine Hymne zu schaffen, die das Publikum aktiv einbezieht und mitreißt. Der Song erschien im Oktober 1977 als Doppel-A-Seiten-Single zusammen mit „We Will Rock You“, was wir ja auch schon im Podcast thematisiert haben. Ein Dokumentarfilm von Hannes Rossacher (drehte mehrere Videos für Queen) und Lilly Schlagnitweit aus dem Jahr 2024 beleuchtet die Entwicklung von „We are the Champions” zu einem Stadion-Rockklassiker. Apropos 2024: In diesem Jahr freuten sich viele über eine Neuinterpretation der Ode an die Champions, nämlich von Dolly Parton zu den Olympischen Spielen in Paris. 

Queen-Sänger Freddie Mercury wurde posthum 1992 auch noch zu einer Art Olympiaheld. Denn zu den Spielen 1992 in Barcelona ist den allermeisten noch das Duett zusammen mit Montserrat Caballé „Barcelona“ im Ohr. Das Lied von 1987 war zwar kein offizieller Olympiasong, aber doch enorm präsent während der Spiele fünf Jahre später. Auch heute noch ist es das Lied schlechthin über die katalonische Metropole und bleibt mit dem sportlichen Großereignis auf ewig verbunden.