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Als Sandra die „Nase vorn“ hatte im Fernsehen

Nase vorn

In unserer aktuellen Folge 35 sprechen wir ja im Zusammenhang mit Sandras Song “Around my heart” über die Fernsehshow “Nase vorn” mit Moderator Frank Elstner. Sandra hatte damals mit ihrer Single einen Auftritt in der Show und (wie so viele) mutmaßlich auch keine Ahnung, wie sie die wirren Spielregeln der Sendung entflechten soll. Musste sie ja zum Glück auch nicht, Kandidaten waren andere Zeitgenossen. 

Das Sendekonzept von „Nase vorn“ funktionierte auf jeden Fall ungefähr so: Im ersten Teil der Sendung wurden nacheinander mehrere Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt, die sich durch eine Idee oder Erfindung hervorgetan oder die etwas Besonderes geleistet hatten. Wenn die Erfindung nicht im Studio gezeigt werden konnte, wurde ein kleiner Videoausschnitt gezeigt. Darauf folgte eine Gesprächsrunde mit den Gästen.

Screenshot: ZDF / Youtube

Das Studiopublikum entschied, welche der Kandidaten die „Nase vorn“ hatten. Diese durften sich dann als Belohnung einen Prominenten fürs Finale aussuchen. Um zu voten, wurde das Studiopublikum mit Scheinwerfern ausgestattet, die bei den jeweiligen Favoriten strahlen sollten. Die Ergebnisse fielen erwartungsgemäß nicht immer ganz eindeutig aus, also gab es oft Schwierigkeiten bei der Auswertung bei knappen Entscheidungen. 

Der Sieger-Kandidat konnte am Ende jeder Sendung mit Hilfe von Fernsehzuschauern, die in der Sendung anriefen, einen großen Gewinn erzielen. Die Anrufer bestimmten ein Feld, das der Kandidat aufkratzen musste und hinter dem sich ein Geldbetrag versteckte. Dieser Betrag ging sowohl an den Anrufer als auch an den Kandidaten. Sobald kein Anrufer mehr in der Leitung war, verlor der Kandidat sein bisher erspieltes Geld. Die Anrufer kamen durch Rubbellose mit der Telefonnummer in die Sendung.

Rubbelkarten an 30 Mio. Haushalte

Das ZDF versandte hierfür im Vorfeld der ersten Sendung Rubbelkarten an 30 Millionen Haushalte. Auf den meisten Rubbellosen befand sich anstelle der Telefonnummer ein Buchstabe oder – in späteren Sendungen – eine Zahl. Diese Zahl stand für eine Startnummer im Finale. Die Höhe des möglichen Gewinns richtete sich nach der Platzierung der jeweiligen Startnummer oder nach dem in der Sendung gezogenen Buchstaben. Später konnte man auf jedem Los eine Glückszahl freirubbeln. Der Zuschauer mit der in der Sendung ermittelten, richtigen Zahl gewann einen zusätzlichen Preis. 

Das Rubbelkartensystem bzw. der enorme Aufwand durch den Versand war schnell in der Kritik. Die Deutsche Bundespost generierte durch die kostenpflichtige Rücksendung von bis zu 2,9 Millionen Rubbelkarten erhebliche Zusatzeinnahmen. Passenderweise war der damalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling auch Gast der ersten Sendung. 

In dieser Premierensendung musste die Siegerkandidatin zunächst gegen einen willkürlich ausgewählten Kandidaten aus dem Saalpublikum antreten. Die beiden Kontrahenten mussten prominente Gesichter anhand ihrer Nasen erraten. Und es waren natürlich nicht nur die “Supernasen” Mike Krüger und Thomas Gottschalk. Das wäre ja zu einfach gewesen.  

Ebenfalls in der ersten Ausgabe mussten die prominenten Paten Quizfragen zu den präsentierten Erfindungen beantworten und wetten, welche Kandidatin bei der Abstimmung durch das Saalpublikum die Nase vorn hat. Das stieß nicht so auf Gegenliebe. Daher wurde ab der zweiten Ausgabe stattdessen ein reales Trabrennen mit Prominenten durchgeführt, das von Werner Hansch kommentiert wurde. Jeder Prominente startete für einen vom Saalpublikum gewählten Kandidaten. Sieger war am Ende der Kandidat, dessen prominenter Vertreter gewann. 

Maskottchen der Sendung war eine Gruppe Nashörner, die in kleinen computeranimierten Einspielern den Spielstand darstellten und von denen eines am Ende der Show symbolisch mit seiner markanten Nase voran eine Ziellinie überquerte. Diese Nashörner waren zwischenzeitlich auch als Merchandising-Artikel erhältlich. 

Wer noch so ein Rhino besitzt, schickt uns bitte ein Beweisfoto. Gibt auch eine Belohnung …