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40 Jahre Magic Tour

Queen live in Budapest

Das letzte Mal Queen in der klassischen Besetzung

Nachdem wir im Podcast ja gerade das Freddie-Mercury-Special zu seinem 80. Geburtstag laufen haben, wollen wir doch auch mal auf das 40-jährige Jubiläum der „Magic”-Tour seiner Band Queen blicken. Die vergleichsweise kurze, reine Europa-Tournee war eine bei den Fans euphorisch aufgenommene Begleiterscheinung zum damals frisch veröffentlichten Album „A Kind of Magic” (VÖ: 2. Juni 1986). Doch es gab auch eine Schattenseite. Die 26 Konzerte von 7. Juni (Stockholm) bis 9. August 1986 (Knebworth) erwiesen sich im Nachhinein als die letzte reguläre Tournee der Band in der klassischen Besetzung mit Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon. 

Die vier Musiker hatten nach dem weltweit umjubelten Auftritt bei Live Aid am 13. Juli 1985 im Londoner Wembley-Stadion wieder viel Motivation und Drive gewonnen. Sie wollten ein neues Album einspielen und eine weitere Tournee nach der langen „The Works”-Tour (August 1984 bis Mai 1985) machen. Gesagt, getan. Die Proben für die „Magic”-Tour begannen im Mai 1986 in den JDC Studios in Wembley. Während dieser Testläufe entstand unter Regie von Rudi Dolezal und Hannes Rossacher auch das Musikvideo zu „Friends Will Be Friends”. Darin sind zu den Proben geladene Fanclub-Mitglieder als Livepublikum zu sehen. 

Warum es nur eine Europa-Tournee wurde, begründete Freddie Mercury damals in einem Interview mit den Worten: „Es ist sehr, sehr anstrengend für mich, Konzerte zu geben. Die Bühnen werden immer größer und ich möchte sicherstellen, dass ich für das Publikum eine perfekte Show abliefere und sie nicht nur aus Pflichtgefühl mache.“ Der Sänger war damals mutmaßlich krankheitsbedingt schon nicht mehr ganz am Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Und doch zog er diese Tour, die allein 20 LKWs für den Transport der dreifach vorhandenen Bühnentechnik und der Show-Dekoration beanspruchte, voll durch. In Deutschland spielten Queen in Mannheim, Berlin, München (zwei Konzerte) und Köln. 

Legendäres Konzert in Budapest hinterm Eisernen Vorhang

Queen Budapest

Vielen bildhaft in Erinnerung geblieben ist das Queen-Konzert in Ungarn. Es fand am 27. Juli 1986 vor 80.000 Zuschauern im Budapester Népstadion statt. Das hängt natürlich damit zusammen, dass es einen Live-Mitschnitt davon gibt. Die Dokumentation “Live in Budapest” kam im Dezember 1986 heraus und bot dieses Jahr zum 40-Jährigen auch den willkommenen Anlass für die sehenswerte Ausstellung „Freddie – The Exhibition“. Diese ist noch bis zum 28. Februar 2027 im Haus der ungarischen Musik in Budapest zu sehen. 

Ein weiterer „ungarischer“ Leckerbissen für Queen-Fans: Ab dem 7. Oktober 2026 ist eine technisch aufbereitete 4K-Version dieser in Budapest aufgenommenen Musikdoku in ausgesuchten Kinos und IMAX-Filmtempeln weltweit zu sehen. Der dynamische neue Audiomix bringt im Herbst viele der beliebtesten Songs von Queen wie „Bohemian Rhapsody“, „Crazy Little Thing Called Love“, „I Want To Break Free“ und „We Are The Champions“ in Topqualität in die Kinosäle.

Wembley reloaded

Ebenfalls im Gedächtnis hängengeblieben sind die beiden Londoner Auftritte am 11. und 12. Juli 1986. Sie fanden nahezu exakt ein Jahr nach Live Aid statt. Beide Konzerte waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Insgesamt strömten 144.000 Fans an den zwei Abenden ins Wembley-Stadion. Für die Shows ließ die Band überdimensionale Ballonfiguren anfertigen, die den Cartoon-Versionen der Musiker vom Cover von „A Kind of Magic“ nachempfunden waren. Während des Titelsongs wurden sie ins Publikum geworfen. Die Figuren von Roger Taylor, John Deacon und Brian May überstanden dieses „Stagediving“ nicht – die Freddie-Mercury-Figur hingegen segelte mehrere Meilen weit und landete schließlich im Garten einer Familie. 

Legendär sind auch die prophetischen Worte, die Freddie Mercury am 12. Juli ans Londoner Publikum richtete: „Wisst ihr was? In letzter Zeit gab es viele Gerüchte über eine bestimmte Band namens Queen. Es gibt Gerüchte, dass wir uns trennen werden. Ihr könnt diese Gerüchte vergessen, wir werden zusammen bleiben, bis wir verdammt noch mal sterben, das versichere ich euch.“ Zusammen geblieben ist die Band, aber eine weitere gemeinsame Tournee blieb ihnen verwehrt. Denn das finale Konzert der Tour in Knebworth war der letzte Queen-Auftritt mit Freddie Mercury als Sänger. Der Superstar starb am 24. November 1991 an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung.