Ironie des Schicksals oder einfach nur der passende Schlussakkord? Chris Rea, der Schöpfer eines der meistgespielten Weihnachtslieder, „Driving Home for Christmas”, ist kurz vor Weihnachten am 22. Dezember 2025 von uns gegangen. Er starb im Beisein seiner Frau und der beiden gemeinsamen Kinder. Rest in peace, Chris! Wir möchten an dieser Stelle dem erfolgreichen britischen Musiker natürlich die letzte Ehre erweisen. Aber nicht ohne euch ein paar Hintergründe zu seinem Festtagshit zu liefern.

„Driving Home for Christmas” ist nämlich weit mehr als nur ein Weihnachtslied – es ist ein Roadmovie im Kopf und das Vermächtnis eines Künstlers, der in seinen Songs immer wieder mal von langen Wegen und Staus erzählt hat. Die Idee zu seinem Weihnachtslied entstand 1978 auf der Heimfahrt von London nach Middlesbrough, mitten im Schneetreiben und feststeckend im Stau. Chris Rea saß dabei nicht selbst am Steuer, sondern auf dem Beifahrersitz im alten Austin Mini seiner Frau, weil er kurz zuvor seinen Führerschein hatte abgeben müssen. Sein Label wollte ihm nicht einmal ein Zugticket bezahlen, also wurde die beschwerliche Autofahrt zum „ideealen“ Ausgangspunkt. Während er die mürrischen Gesichter der anderen Fahrer beobachtete, begann Rea aus Spaß die Zeile „We’re driving home for Christmas” zu singen und kritzelte erste Textideen im Licht der Straßenlaternen auf ein Blatt Papier.
Erst acht Jahre später begann der Aufstieg von „Driving Home for Christmas”
So ging es also los. Doch bemerkenswert bleibt die lange Vorgeschichte, bis der Song endlich von seinem Urheber veröffentlicht werden konnte. Das Lied blieb nämlich einige Jahre in der Schublade und damit unveröffentlicht. Chris Rea hatte den Song zunächst auch für seinen Kollegen Van Morrison („Brown Eyed Girl“) geschrieben. In einem Interview mit einem britischen Magazin sagte er: „Wir dachten, dass es genau sein Ding wäre. Deshalb haben wir ihn auch in Vans Tonart geschrieben, nicht in meiner. Wir haben den Song nur selbst aufgenommen, um zu hören, wie er klingen würde.“ Van Morrison kam das Lied dann aber gar nicht mehr zu Ohren.
1986 packte Chris Reas Label „Driving Home for Christmas“ kurzerhand auf die Rückseite der Single „Hello Friend“. Dabei wurde Chris Rea das Potenzial des Songs endgültig klar. Zwei Jahre später, im Oktober 1988, nahm er die Autofahrerhymne erneut für ein Best-of-Album auf und brachte sie als Single im Rahmen der „The Christmas“-EP heraus. Über die Jahre wurde der Song immer bekannter und schaffte es in Reas Heimatland Großbritannien ab 2007 Jahr für Jahr in die Single Top 100. Nach seinem Tod dürfte dieses Jahr eine Spitzenplatzierung zu erwarten sein.
An dieser Stelle wünschen wir euch allen frohe, besinnliche Weihnachten und einen freudigen und vor allem unfallfreien Rutsch ins neue Jahr!
